11.07.2026

Großofen Südwestpfeiler

6, 160m

schöne, abenteuerliche Alpinroute, selten begangen

ungefährer Wegverlauf Großofen Südwestpfeiler
ungefährer Wegverlauf Großofen Südwestpfeiler

Der Südwestpfeiler befindet sich im ganz linken, baumbestandenen Teil des Südwestturms, der wiederum den linken Rand der weitläufigen Felswand des Großofens bildet. 

Die Route startet bei einer steilen Felskante, die schon bald immer griffiger wird und zahlenmäßig gut mit Normalhaken (meist aber nicht ganz überzeugende Ringhaken) abgesichert ist. Man quert anschließend zu einer bereits von unten sehr glatt erscheinenden, steilen Wandstelle, deren Schlüsselstelle (6) durchaus anstrengend selbst abgesichert werden muss (großer Klemmkeil). Alle Stände benützen Bäume, von einem solchen führt in der 2. Seillänge ein flacher einfacher Riss (2-3) zum Beginn einer kurzen Platte. Diese wird mittels unangenehmen Schrittes betreten (aus einem etwas nadelig-erdigen Winkel mit eher schlechten Sicherungsmöglichkeiten in kleinen Rissen, die man vorher evtl. ausgraben muss). Die Platte selbst ist wiederum einfach und schön zu klettern, danach folgt 25 Meter 1er Gelände durch den Wald. 

Die 3. Seillänge führt durch einen rechts aufwärts ziehenden festen Kamin, der immer schöner wird, man ihn aber am besten schon vor dessen Ende direkt gerade hinauf zu einem Normalhaken verlässt (ansonsten womöglich Seilreibung). Ein paar steile Meter nach links querend freut man sich über einen guten Sicherungspunkt in Form einer Föhre, ehe man immer noch recht steil (5-) schon bald den Baum mit dem Wandbuch erreicht. (Die Route wurde in den letzten Jahren etwa einmal jährlich geklettert.) Rechts querend steigt man anschließend immer noch in spannender Kletterei auf ein breites Grasband aus, Die 4. Seillänge benutzt zunächst ein paar Meter weiter rechts ein links ansteigendes schrofiiges Band/Rampe, von dem man aber schon am besten beim ersten Normalhaken gerade hinauf zu einem kleinen Baum hinaufklettert und sich danach halblinks zu einer weißen Schlinge hin orientiert. Hier beginnt ein für diesen Grad (4) ziemlich steiler Riss, der allerdings sehr gutgriffig und sehr schön zu klettern ist. (und sich zudem sehr gut absichern lässt). In der 5. und letzten Seillänge steigt man zunächst eine rechts ansteigende rissartige Rinne (2-3) hinauf und orientiert sich danach nach links zu einer schönen rauen Plattenrampe (4, hier ein Bohrhaken einer anderen Route). Letztlich steigt man über einen wiederum steilen aber gutgriffigen Riss (5-) zum höchsten Punkt des Südwestturms aus. 

Die Route überzeugt insgesamt mit gutem (aber ungeputztem Fels), die Kletterei ist sehr abwechslungsreich. Das vorhandene Material (Normalhaken und Schlingen) ist doch schon sehr in die Jahre gekommen, Keile und Klemmgeräte (0,5 - 2) sollten unbedingt mitgenommen werden, zumal schon alleine die Schlüsselstelle selbst abgesichert werden muss. Die 6er-Länge lässt sich auch über die rechts davon befindliche "Rampenführe" leichter umgehen, zur 3. Sl gelangt man auch von links (Abstiegsschütt) durch einfaches Waldgelände.

Wer gerne ein kleines alpines Kletterabenteuer erleben will, wird mit dem Südwestpfeiler vielleicht seine Freude haben.