Frühjahr 2025

Die Frage nach Kletterrouten auf dem Sonnwendstein drängt sich beim Anblick der baumbestandenen Erhebung nicht gerade auf. Die vereinzelt auf der Nordseite über die Baumkronen ragenden Felstürmchen, werden vom Betrachter kaum wahrgenommen. Und doch zeigt eine Ansichtskarte von 1915 drei Kletterer auf einem Felsturm herumturnend - mit der Überschrift "Sonnwendstein (1523 mtr.) Zinken-Kletterpartie". Bei einem "Lokalaugenschein" 110 Jahre später stellt sich heraus: Die Zinken-Kletterpartie ist sogar noch "ausbaufähig".
Der neue "Zinkensteig" verbindet die lohnendsten Felsbildungen auf der Nordseite des Berges zu einer Kletterwanderung, bei der man den Sonnwendstein auf eine ganz unbekannte Art und Weise kennen lernt. Die Standplätze bieten oft eine schöne Aussicht auf Rax, Schneeberg und die umliegenden Erhebungen. Der Anstieg kann jederzeit abgebrochen, Abschnitte umgangen oder teilweise auch abgekürzt werden. Nach 2/3 des Steiges besteht zudem die Möglichkeit sich von Mai bis Oktober in der Pollereshütte zu stärken, ehe man den Gipfelanstieg in Angriff nimmt. Dieser steigt nach drei Seillängen direkt über die Mauer der Aussichtsplattform am Gipfel aus.
Für eine Begehung ist ein 30-Meter-Seil und 6 Expressschlingen ausreichend, mobile Sicherungsmittel sind nicht notwendig. Der Begeher sollte dennoch im alpinen, nicht immer festen Fels bereits Erfahrung gesammelt haben und über eine gute Wegfindungsgabe verfügen.
Besonders am späten Nachmittag ergibt sich durch das schräg einfallende Licht eine stimmungsvolle Szenerie. Für Begehungen im Frühsommer ist die Verwendung eines Zeckenschutzmittels anzuraten. Der Steig hat aber sicher auch an einem milden Wintertag seinen Reiz, viel Schnee liegt hier (leider) nur noch selten.
