05.10.2027

Am Südrand des Kemetgebirges, wo dieses steil gegen das Ennstal abfällt, sticht neben dem Stoderzinken der gratartig ausgeprägte Höhenzug von der Törlspitze zur Kammspitze ins Auge.
Die Überschreitung dieses Grates, welcher sich besonders von Gröbming aus wild gezackt und felsig präsentiert, ist landschaftlich ausgesprochen schön und verlangt bei Begehung von W nach O nur leichte, aber teils ausgesetzte Kletterei.
Über weite Strecken trifft man auf stark grasdurchsetzten, aber festen Fels, wenige kurze Abseilstellen erfordern trotzdem die Mitnahme eines Seils (Stände sind eingerichtet).
Ausgangspunkt ist die Viehbergalm (erreichbar mit MTB) bzw. unweit davon der idyllisch gelegene Miesbodensee.
Vom See erreicht man bald eine südlich gelegene Forststraße, welche man immer in südwestlicher Richtung bis an ihr Ende auf ca. 1600m verfolgt.
Nun weglos links (südöstlich) über einen steilen Schlag, an dessen Ende in einer Linksschleife über baumbestandenes Gelände (unter möglichster Vermeidung der sich rechts befindlichen Latschen!) auf die Grathöhe, die man im Bereich einer Einschartung mit Felsenfenster ("Törl") erreicht.
Anschließend verfolgt man den Grat (deutliche Wegspuren) über die Törlspitze bis zur Mitterspitze (Kreuz, Buch und Madonna). Der folgende exponierte Abschnitt bildet die Schlüsselpassage, und lässt sich dank Bohrhaken, die dort kaum jemand vermutet hätte,überraschend leicht teils abseilend, teils abkletternd überwinden. Weiter auf und ab am Grat, siehe Anstiegsskizze, bis zum letzten Aufschwung vor der Mitterspitze. Hier am schönsten direkt am Grat hinauf (mehrere BH, Umgehung links möglich) zum Gipfelkreuz. Abstieg über Normalweg zum Miesbodensee.
Sehr schöne abwechslungs- und aussichtsreiche Überschreitung.
